Anfang 2026 kontaktierte uns ein Kunde aus Polen über soziale Medien, um sich nach hydroponischen Anbaulösungen für Sprossen zu erkundigen. In Polen herrscht ein typisch gemäßigtes Kontinentalklima mit kalten Wintern und kurzen Tagen, was den Anbau im Freien einschränkt. Da Sprossen eine Kulturpflanze mit kurzem Wachstumszyklus und hohen Ansprüchen an die Umweltstabilität sind, eignen sie sich besser für den kontrollierten Anbau in Innenräumen oder im Gewächshaus.
Der Kunde plante Versuche im kleinen Maßstab, wobei der Fokus auf der Einheitlichkeit der Sämlinge, der Stabilität des Wachstumszyklus und der einfachen Handhabung unter lokalen Bedingungen lag. Er betonte ausdrücklich, dass erfolgreiche Versuche direkt zu einer großflächigen kommerziellen Produktion für den lokalen Markt führen würden, weshalb die Skalierbarkeit ein zentrales Kriterium für das Hydroponiksystem darstellte.
Nachdem wir die Produktionsziele, den verfügbaren Platz und die zukünftige Entwicklungsrichtung des Kunden analysiert hatten, empfahlen wir ein Ebbe-Flut-Hydroponiksystem. Dieses System versorgt die Wurzeln der Keimlinge durch periodische Flut- und Entwässerungszyklen mit gleichmäßiger Feuchtigkeit und Nährstoffen. Die Entwässerungsphase führt dem Boden ausreichend Sauerstoff zu und fördert so ein gesundes Wurzelwachstum, eine zuverlässige Keimung und ein kräftiges Wachstum. Im Vergleich zu Systemen mit kontinuierlichem Durchfluss zeichnet sich das Ebbe-Flut-Hydroponiksystem durch eine intuitivere Struktur und geringere Anforderungen an Umgebung und Betrieb aus. Dadurch wird ein stabiler Betrieb in Innenräumen oder Gewächshäusern während der polnischen Wintermonate gewährleistet.
Ein weiterer Vorteil des EBB-Systems in der Mikrogrünproduktion liegt in der vereinfachten Verwaltung und den kontrollierbaren Wartungskosten. Die zentrale Steuerung erleichtert die Reinigung, reduziert das Krankheitsrisiko durch feuchte Umgebungen und macht das System auch für Anwender mit geringer Erfahrung in der Hydrokultur während der Testphase geeignet. Dank des modularen Aufbaus lässt sich die Produktion durch Hinzufügen von Pflanztrays und Systemeinheiten direkt auf den kontinuierlichen Betrieb ausweiten, ohne die Kernkomponenten austauschen zu müssen. Dies ermöglicht einen reibungslosen Übergang von der Testphase zum kommerziellen Betrieb.
Vor der finalen Angebotserstellung haben wir mit dem Kunden ausführlich die Systemkonfiguration, die Anbauverfahren, die wichtigsten Aspekte des täglichen Managements und zukünftige Skalierungsmöglichkeiten besprochen. Diese Zusammenarbeit ermöglichte es ihm, die Investitionskosten den potenziellen Erträgen genau gegenüberzustellen. Nach Bestätigung der technischen Spezifikationen und der Preise erfolgte die Zahlung. Die Produktion und der Versand der Geräte laufen bereits, und parallel dazu haben wir Anleitungen zur Keimlingskultivierung gegeben, um einen schnellen Testbetrieb nach Systemlieferung zu gewährleisten und so die Grundlage für zukünftige Großprojekte zu schaffen.